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  • Fanfiction - das schwarze Schaf der Schreibkunst?
    Quelle: buffed

    Fanfiction - das schwarze Schaf der Schreibkunst?

    Es gibt Romane, Dramen, Kurzgeschichten, Gedichte. Und es gibt Fanfiction, die von den meisten nur müde belächelt wird. Warum ist das so? Fanfiction-Fan Susanne versucht, das herauszufinden und erklärt euch, dass Fanfiction nicht schlecht sein muss und es keinen Grund gibt, alle Autoren von Fanfiction über denselben Kamm zu scheren.

    Ich kann gar nicht mehr an zwei Händen und Füßen abzählen, wie oft ich schon gefragt wurde, wie ich zum Schreiben gekommen bin. Früher kam dann von meiner Seite aus meistens der Punkt, an dem ich das Drucksen angefangen habe. Denn meine ersten schreiberischen Gehversuche machte ich als Autorin einer Fanfiction und ich habe irgendwann gelernt, dass das nichts ist, womit man hausieren geht. Damals wusste ich aber noch nicht, was das heißt: "Fanfiction" war kein Wort, das sich irgendwo in meinem Sprachschatz finden ließ. Es war für mich einfach eine Geschichte. Ich war 14 oder 15 Jahre alt, unglaublicher Fan von Akte X und malte mir in meinem Kopf ein eigenes, mysteriöses Abenteuer für Mulder und Scully aus. Ich habe immer gerne gelesen, warum sollte ich also nicht schreiben können? Es stellte sich heraus, dass das Lesen von Wörtern sehr, sehr viel einfacher ist als das Schreiben selbiger. Spiele, die - wie etwa The Witcher - auf einer Buchvorlage basieren, haben einen Kanon. Es kann da schwierig werden, eine Lücke für eigene Storys zu finden. Spiele, die - wie etwa The Witcher - auf einer Buchvorlage basieren, haben einen Kanon. Es kann da schwierig werden, eine Lücke für eigene Storys zu finden. Quelle: buffed Meine erste Geschichte, satte 13 (!) Seiten lang, war - gelinde gesagt - fürchterlich. Selbst wenn ich noch die Diskette mit den Daten von damals hätte, würde ich euch nichts davon zeigen. Damals aber, anno 1997, war ich begeistert von meiner Story zu Akte X, die ganz wenig Sinn hatte und vielmehr von meinem mangelnden Verstand für den Umgang mit dem Mystery-Genre zeugte.

    Irgendwie sind Fanfictions etwas, das mich seither nicht wieder losgelassen hat. Der Unterschied zu damals: Ich weiß inzwischen, was Fanfiction ist; ich bin außerdem älter, weiser und vielleicht auch ein bisschen reifer. Ich schäme mich nicht mehr dafür, jemand mit bewegter Fanfiction-Vergangenheit zu sein - und heute sogar noch welche zu s­chreiben. Ganz im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass mich die Arbeit an diesen Geschichten voll überzogener Dramatik zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Eine neugierige Frau, die gerne wissen will, warum Fanfiction eigentlich immer noch, 20 Jahre nach ihren ersten katastrophalen Anfängen damit, so verpönt ist. Wollt ihr das mit mir gemeinsam herausfinden? Na, dann ab dafür!

    Die Angst vor der Blamage

    Jeder Mensch kann ein Autor sein. Aber nicht jeder Mensch, der gezielt Buchstaben aneinanderreiht, ist ein guter Autor. Das ist der Hauptgrund, warum viele Leute bei der Erwähnung von Fanfiction die Nase rümpfen. Denn Fanfiction steht in dem schlechten Ruf, eine dahingeschluderte Ansammlung von inhaltlichen sowie formellen Fehlern zu sein - und das nicht ohne Grund. Aber dazu später mehr. Zuerst einmal stellen wir fest, dass es Hürden zu überwinden gibt; und das für jeden Verfasser einer schriftstellerischen Arbeit. Wohl jeder hat ein Schublädchen, in dem sein vielleicht genialer, vielleicht aber auch banaler Text versauert. Erst einmal den Schritt zu wagen, das Werk des Jahrhunderts einem breiteren Publikum zur Verfügung zu stellen, kostet Überwindung, und zwar verdammt viel, aber in Zeiten des Internets immerhin kein Geld. Es gibt Blogs und Webseiten, auf denen sich jeder anmelden kann, um sein Projekt einer breiteren Masse als nur dem eigenen Freundeskreis oder sich selbst zugänglich zu machen. Schreiber von Fanfictions sind da übrigens wesentlich schmerzbefreiter als solche, die das Schreiben vielleicht als Beruf oder gar als Berufung sehen.

    Bromance? Vor allem männliche Spiele-Charaktere, die - wie in FFXV - sehr vertraut miteinander sind, werden zum Ziel der weiblichen Fanliebe. Slash-Fictions mit teils sehr expliziten Beschreibungen sind keine Einzelfälle. Bromance? Vor allem männliche Spiele-Charaktere, die - wie in FFXV - sehr vertraut miteinander sind, werden zum Ziel der weiblichen Fanliebe. Slash-Fictions mit teils sehr expliziten Beschreibungen sind keine Einzelfälle. Quelle: buffed Aber will man das eigentlich, eine Arbeit veröffentlichen? Schließlich erlaubt man damit Fremden einen Blick in den eigenen, verschrobenen Kopf. Und wenn der Text, welcher der lesenden Gemeinschaft zum Fraß vorgeworfen wird, nicht gut ist, passiert das, wovor jeder Autor Angst hat: Egal, ob er an Biene-Maja-Storys oder einem 1.000-seitigen Wälzer werkelt: Es kommt keine Kritik. Nichts. Nicht die Kritik an den Ideen, an der Ausführung oder an so Banalitäten wie Rechtschreibung und Interpunktion ist am schlimmsten, sondern das Schweigen der Leser.

    Ehrlichkeit ist eine Währung

    Dass die Leser sich keinen Deut für einen interessieren, passiert. Kann vorkommen. So ist das Leben. Im Bereich der Fanfictions ist die Hemmschwelle der Leser, Feedback zu geben, gefühlt geringer. Denn es gibt sie immer, die Fans von einem Computerspiel, von einer Serie, von einer Band, von einem Film. Diejenigen, die wahllos alles verschlingen, was zu ihren Lieblingen geschrieben wird. Egal, wie hanebüchen die Geschichte ist, egal, ob der Text vor Rechtschreibfehlern nur so strotzt. Fast alles wird kommentiert. Nun kommt es darauf an, das Feedback zu sichten und zu bewerten. Geschätzt 75 bis 80 Prozent der Meinungen sind zwar nett und lieb gemeint, helfen den Autoren aber nicht weiter.

    Einsteiger-Tipps fürs Schreiben
    Rechtschreibung lernt man in der Schule, kreatives Schreiben nicht. Wollt ihr damit anfangen? Dann haben wir einige Tipps für euch!

    Keinen Stress!
    Bevor es losgeht, solltet ihr herausfinden, wie ihr am liebsten schreibt. Am PC? Am Tablet oder auf dem Smartphone? Auf Papier? In der Badewanne, an der frischen Luft? Jeder Schreiber hat seine eigenen Präferenzen und ihr müsst für euch herausfinden, wie ihr die angenehmste Atmosphäre für eure kreativen Ergüsse schafft. Setzt euch außerdem nicht unter Druck: Kreativität ist ein zartes Pflänzchen. Schreibt deswegen nur dann, wenn euch die Muse küsst, nicht wenn es euch ein Zeitplan vorschreibt.

    Der Weg ist das Ziel!
    Umreißt eure Idee in groben Stichwörtern. Wo beginnt die Geschichte, wo endet sie? Ist euch nicht vom Start weg schon klar, wohin die Reise geht, dann hilft der tollste Plan nicht. Der Weg lässt sich unterwegs – also beim Schreiben – immer anpassen. Wenn eine Idee für euch noch nicht ausgeklügelt genug ist, dann lasst sie besser liegen.

    Qualität statt Quantität!
    Bevor ihr beginnt, solltet ihr euch im Klaren darüber sein, dass es schwieriger wird, die Spannung zu erhalten, je größer der Cast ist. Es ist relativ einfach eine Geschichte mit nur zwei Charakteren zu schreiben. Sollen zehn oder mehr Leute eine größere Rolle spielen, dann tappt ihr schnell in die Füller-Falle: Dialoge und Sequenzen finden dann oft nur zur Überbrückung statt und werden ohne die zündende Idee schnell langweilig.

    Nehmt euch Zeit!
    Ein Autor ist nie zufrieden mit seiner Arbeit. Oft werden Konzepte sogar nach Abschluss einer Geschichte noch einmal verworfen oder neu aufgerollt, weil sich inhaltliche Lücken ergeben. Nehmt euch die Zeit, an eurer Arbeit zu basteln, bis ihr wirklich zufrieden seid. Denn etwas „halfassed“ zu veröffentlichen, hinter dem ihr nicht zu 100 Prozent steht, macht meistens auch beim Lesen keinen Spaß.
    Aber auch unter den Fanfiction-Lesern gibt es die seltene Gattung der Gourmets. Das sind diejenigen, die sorgfältig aussuchen, was sie konsumieren. Wer insbesondere solche Leser für sich gewinnen kann, ist ein gutes Stück weiter. Denn die nehmen sich die Zeit für Kritik und Lob, und sind vor allem eines: ehrlich. Ehrlichkeit ist ein kostbares Gut, denn sie bringt euch voran. Dann wisst ihr, dass ihr auf dem richtigen Weg seid; dass ihr im Rahmen eurer Arbeit einen Takt gefunden habt, der euch und anderen gefällt.

    Herzklopfen

    Takt? Was redet die olle Braun da? Ganz einfach: Es geht um das Tempo einer Geschichte, um ein stetes Auf und Ab zwischen ruhigen und aufregenden Szenen. Wer seinem Leser ein Non-Stop-Action-Geballer sondergleichen um die Ohren haut, gegen das ein Expandables-Film wie eine Gutenachtgeschichte für Fünfjährige erscheint, hat den Job des Autors nicht verstanden. Selbst im brutalsten Actionknaller auf der Leinwand wechseln sich langsame und schnelle Situationen kontinuierlich ab, um den Konsumenten nicht zu überfordern. Das ist in Büchern und Romanen nicht anders, weil die Autoren ihren Lesern keinen Dauerherzkasper zumuten wollen - oder sich möglicherweise gar nicht erst in der Lage sehen, den Spannungsbogen kontinuierlich aufrechtzuerhalten. Was glaubt ihr, warum etwa der wertgeschätzte Herr Tolkien so viel Zeit auf die Beschreibung einer Landschaft verwendete? Bestimmt nicht, weil ihm sonst nichts Besseres eingefallen wäre.

    Lasst euch nicht täuschen: Genauso wie die Gefahr besteht, dem Leser zu viel auf einmal aufzubürden, so gibt es auch die Möglichkeit, zu langweilig zu werden. J.R.R. Tolkien hat es geradeso geschafft, haarscharf an der Kante zwischen "gut" und "gähn" entlangzusurfen. Manche Leser sind aber der Meinung, dass Der Herr der Ringe das Langweiligste wäre, was er oder sie jemals gelesen hätte. Bei Geschichten ist es halt wie mit allen Dingen im Leben: Was euch schmeckt, muss noch lange nicht allen anderen gefallen. Dessen müsst ihr euch bewusst sein; egal, ob ihr nun Leser oder Schreiber seid. Solange ihr selbst mit eurer Geschichte zufrieden seid, wird es auch andere Menschen geben, die sie mögen.

    Der Kanon!

    Insbesondere im Bereich der Fanfictions zu Spielen ist es schwierig, seinen Weg und seinen Takt zu finden. Das hat damit zu tun, dass Spiele von ihren Designern bereits vor dem Release in ein festes Korsett von Lore verpackt werden. Nehmen wir mein Lieblingsbeispiel: Final Fantasy 15. Auch wenn ich in meinem Test nur darüber gejammert habe, wie lückenhaft die Story ist, so gibt's doch gewisse Eckpfeiler, die bekannt sind. Wann Noctis geboren wurde, wann der Angriff von einem Dämonen erfolgte, wann er ins Koma fiel, wann er Luna und Prompto kennenlernte und so weiter und so fort. Diese Anhaltspunkte gibt es für ziemlich viele Haupt- und Nebencharaktere des Spiels. Wie passt da die eigene Geschichte rein?

    Nun gibt es zwei Arten von Fanfiction-Autoren: diejenigen, die auf die gesetzten Regeln, auf gut Deutsch gesagt, scheißen, weil sich ihre Idee nicht damit vereinbaren lässt. Und diejenigen, die den Kanon umarmen, Lücken für ihre eigenen Geschichten finden und sie so akkurat wie möglich an vorgegebenen Zeitlinien entwickeln. In beiden Fällen kann grandiose Kunst entstehen, je nachdem wie man an das Thema rangeht. Eine spannende und interessante Geschichte muss sich nicht an die vorgegebenen Regeln halten. Als Autor einer solchen muss man aber damit rechnen, dass sich die Korinthenkacker des Fandoms stark auf den Schlips getreten fühlen. Doch auch hier gilt wieder: alles Geschmackssache. Es gibt sie nicht, die eine, richtige Herangehensweise.

    • Elenenedh Google+
      18.03.2017 01:00 Uhr
      buffed-TEAM
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      Tikume
      am 18. März 2017
      Kommentar wurde nicht gebufft
      Melden
      Ich denke es ähnelt der Fan-Art. Nur haben Bilder den Vorteil, dass man sie mit einem Blick erfassen und grundlegend beurteilen kann.
      Gerade bei Spielen posten auch die offiziellen Seiten auf Facebook fleissig die Fanart die sie zugeschickt bekommen.
      Geschichten sind da erstmal sperriger.

      Wenn man selbst etwas erschafft ist meiner Ansicht nach erstmal wichtig ob es einem selber etwas gibt. Wer von Anfang an seine Motivation aus der Bewunderung anderer oder gar einer Entlohnung ziehen will, der wird auf die Nase fallen.
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