Episode 3
Der oder Die hinter der Sie kennt Ergonomie.
Was aber würde passieren, wenn ihr da von den Softwareschmieden für die Auto- und Luftmobilfirmen dieser Welt arbeiten würdet? Wie würde dann das jeweilige Cockpit aussehen? Der Autofahrer müsste zu einem Blick auf den Tachometer auf den linken oberen Dachholm starren, die aktuelle Tankfüllung könnte er am Bremspedal ablesen und um sich in Kenntnis der aktuellen Uhrzeit zu setzen, wäre ein Blick ins rechte Seitenfenster angesagt.
Und der Kampfpilot? Dem könnten wir alle am nächsten Donnerstag im Rahmen eines feierlichen Begräbnisses die letzte Ehre erweisen, weil er auf der Suche nach dem Höhenmesser nicht nur einen Tick zu lange auf seine Kopfstütze gestarrt sondern auch zum Leidwesen von Bauer Gruber dessen diesjährigen Agrarertrag nun doch entscheidend verringert hat.
Wenn Icons Amok laufen.
Gott und CDO sei Dank gehen immer mehr Firmen dazu über, die freie Anordnung der Bildschirmelemente dem Käufer zu überlassen. Manche erlauben dies direkt im Spiel und andere schieben diese Denkarbeit kostensparend der schlauen Fangemeinde in die Hausschuhe.
Doch wieso ist es bisweilen so, wie es ist? Warum irren seit Jahrzehnten bei jedem Scharmützel des Spielers Augen einem Sekundenzeiger gleich mühsam um den kompletten Bildschirmrand, um alle Informationen zu erfassen? Wie muss ich mir den Erfinder der ersten dezentralen Zufallsoberfläche vorstellen? War dieser vielleicht früher Hobbygärtner von Beruf und ließ er sich von seiner dortigen Erfahrung inspirieren? Sagte er sich etwa: "Au fein, hier unten ist noch viel Fläche frei, da pflanze ich jetzt das Iconbeet hin. Und dort oben hat es mein Kaktuskompass besonders schattig und da kommt er der, viel Platz zum Wachsen benötigenden, Buffanzeige garantiert nicht in den Weg."
Man möge es mir verzeihen.
Aber ich hege einen viel grausameren Verdacht.
In der IT-Branche gibt es eine Redensart, die frei zitiert lautet:
"Wer ein Stück Software bedienerfreundlich gestalten will, der muss nur die verantwortlichen Programmierer dazu zwingen, selbst damit zu arbeiten."
Könnte es sein, dass diejenigen, die uns solcherlei Augenschnitzeljagden zumuten, bisher überhaupt noch nicht am eigenen Leibe erfahren haben, was ihre Arbeitsergebnisse für Sinnesschmerzen auslösen können?
Ist eine potthässliche und völlig unpraktische Benutzeroberfläche nicht der beste Beweis für eine Belegschaft, die ihre eigene Ware als misslungen betrachtet und jeden außerberuflichen Kontakt damit so zu vermeiden versucht, wie ein Stelzengeher Glatteis?
Wenn sich der Otto Normalverbraucher zum Beispiel erst einmal mühsam durch 29 Vormenüs klicken muss, um sein komplettes Inventory sehen zu können, dann kann mir doch niemand erzählen, dass die Damen und Herren Developer das selbst lange und ausgiebig und vor allem gerne gespielt haben.
Ich schlage deshalb zukünftig eine diesbezügliche zusätzliche Bewertungsspalte für all die Testberichte da draußen vor, deren Maßeinheit da heißen soll: Wehasemböb.
Wehasemböb steht für "Wahrscheinlichkeit Eigenkonsum Hersteller aufgrund Sehnenscheidenentlastung eines Mausfingers beim Öffnen Backpack".
Ein Spiel mit 100 Wehasemböb käme mir ungesehen auf die Festplatte und ein Spiel mit 0 Wehasemböb würde ich nächtens auf dem Rübenacker einer nicht mehr näher auszuführenden Person verscharren.
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Der Münchner Autor schreibt seit 1998 regelmäßig auf seiner Webseite www.olnigg.de. Für buffed.de kommentiert der Satiriker unter dem Namen „Olnigg der Nörgelork“ regelmäßig die Geschehnisse aus dem wachsenden Online-Rollenspiel-Bereich.
Wo habt ihr den den ausgegraben bitte?
etwas mehr risiko bei den aussagen fänd ich ok
könnt ihr den schund nicht bitte wieder absetzen?? ~.~
Naja geschmack ist halt verschieden.