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Eier

07.01.2009 13:02 Uhr
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Eier

Will man sich mit den Hintergründen eines Feiertages auseinandersetzen, kommt man als wissbegieriger Bitsurfer von heute um einen Besuch bei Wikipedia nicht herum. Unter dem Eintrag Ostern ist dort zu lesen, dass ebendieses ein christliches Fest zu Ehren der Auferstehung Jesu Christi ist, der drei Tage nach seiner Kreuzigung in das Leben zurückgekehrt sei.

Wer genau Jesus ins Leben zurückgebracht hat, bleibt allerdings offen. Wobei mich Letzteres auch nicht wirklich interessiert, da ich persönlich niemanden bei einem Raid an meiner Seite haben wollte, der fette drei Tage dafür benötigt, ein einzelnes Gruppenmitglied wiederzubeleben.

Interessanter wird es, wenn man das unbändige Onlinelexikon dezidiert mit Anfragen über die einzelnen Osterbräuche füttert. Erwirbt man doch in diesem Fall das Wissen, dass Osterei und Osterhase Speisen eines heidnischen Frühlingsfestes sind und eigentlich Symbole der Fruchtbarkeit darstellen. So richtig überrascht hat mich dann die wikipediatrische Ausführung, dass bei den Aramäern der Furchtbarkeitskult darin gipfelte, die Hoden eines Bräutigams vor der Hochzeitsnacht mit rotem Henna einzufärben, um Kinderreichtum zu bewirken. In welchem Jahrhundert die österliche Eiersuche eingeführt worden ist und ob diese vielleicht ursprünglich in sehschwachen Ehegattinnen begründet liegt, vermochte mir der farbarme Wissensdienst aber nicht zu beantworten.

Ahnen Sie bereits das heutige Thema? Ich glaube nicht.

Denken Sie einfach einmal daran, dass ein großes Unternehmen von seiner treuen Anhängerschaft allmonatlich Unmengen an Geld einsackt und zu seltenen Anlässen ein paar Groschen in Form von wenig Erstellungsaufwand benötigenden Ritualen zurückgibt?

Nein, selbstverständlich denke ich jetzt nicht an selbst ernannte GottesfachMänner und die Erhebung von Kirchensteuer. Heute sollen ein paar Gedanken an den Sinn oder Unsinn von Season Events in Onlinerollenspielen verschwendet werden.

Wer kennt sie nicht? Die Ingame-Festivitäten mit denen uns die Softwarehersteller zu allen möglichen und unmöglichen irdischen Feiertagen meinen beglücken zu müssen. Natürlich nahezu allesamt zwar mit direktem Bezug auf konkrete Äquivalente unserer Zeit, jedoch selbstredend stets in politisch korrekter Ausführung.

Da gibt es Braufeste ganz ohne Alkoholüberdosierte, die entgegenschwankende Häuser- und Baumbestände mit Urinfällen und Erbrochenem malträtieren. Silvester hat nichts mit verschmorten Händen zu tun und die geldsabbernde Blumenindustrievalentinade wird zur schmalzigen Herzflut geschönt. Ist das onlinige Leben nicht einfach schön und alles so friedlich und putzig wie ein Gnomgesicht, freilich lange bevor es Bekanntschaft mit dem Schaschlikstäbchen eines Orks macht?

Doch wieso besitzen die Damen und Herren Parallelweltenlenker nicht ein wenig mehr Mut zum Außergewöhnlichen und setzen das chaotische und oberböse Element ihrer Welten nicht auch konsequent in der Form der Feierlichkeiten fort?

Weihnachtsbäume bei der menschlichen Rasse mögen ja noch angehen, aber mir kann keiner einreden, dass Zombies dieselbe Pflanzenwahl treffen würden. Ein mit Menschenfleischstücken verzierter Kaktus wäre doch zumindest ein Anfang in Richtung glaubwürdiger Zimmerschmuck.

Warum überhaupt konkrete Anlässe der realen Welt übernehmen?

Könnten denn nicht alljährlich die Zwerge ein großes Schmelzfest für Schneidwerkzeuge veranstalten, welches der feierlichen Enthauptung des ersten und letzten fahrenden Händlers gedenkt, der gewagt hatte Bartscheren zum Verkauf anzubieten?

Die Trolle huldigen ihrer blaugrünen Hautfarbe, indem sie eine Woche lang alle erreichbaren Flüsse anstauen und die darin ertrinkenden Lebewesen als willkommene Festtagsbraten ansehen.

Und nicht zu vergessen die wundersame 3-tägige Fleischwerdung eines Skeletts, welches hierauf beschließt, in das Erdinnere hinabzusteigen und den ratlos zurückgelassenen Freunden und Hinterbliebenen Anlass zur Bildung einer weltumspannenden Interessengemeinschaft zu bieten.

Mit ein wenig Kreativität und deutlich mehr Anstrengung könnten all die MMORPGs da draußen so viele herrliche und vor allem individuell perfekt angepasste Geschichten schreiben. Doch die Götter dieser Bitwelten scheinen selbst hier den Gleichklang mit der Realität nicht aufgeben zu wollen. Denn es ist nur allzu deutlich, dass die Feiertage und die zugehörigen binären Vorbereitungen etwas gemeinsam haben:

Sie sind nach 24 Stunden vorbei.

In diesem Sinne wünsche ich allen treuen Lesern, dass ihre realen 24 und nochmal 24 Stunden ein wenig anspruchsvoller als die gekünstelten ausfallen.

Frohe Ostern und solche Sachen

Olnigg, der Nörgelork

Eier Der Münchner Autor schreibt seit 1998 regelmäßig auf seiner Webseite www.olnigg.de. Für buffed.de kommentiert der Satiriker unter dem Namen „Olnigg der Nörgelork“ regelmäßig die Geschehnisse aus dem wachsenden Online-Rollenspiel-Bereich.

Mehr Nörgelork? Hier geht's zur Artikelübersicht.

Redaktion buffed.de
07.01.2009 13:02 Uhr
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am 02. April 2008
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ich persöhnlich unterstütze die meinen von 24 voll und ganz, ich bin nicht wirklich religös und doch musliem(wie das geht ka^^)
aber einfach blind irgendwas hinterher rennen geht net...
mfg me^^
am 28. März 2008
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An den Poster mit der Nr. 23:

Was an Ostern christlich sein soll frag ich mich immernoch - immerhin feierte man das schon vor dem ganzen Christentum unter den Namen Ostara/Eostre/Astura im keltisch/germanischen Raum (wenn auch mit anderen Göttergestalten, aber die 'bösen' heidnischen Feste mussten ja salonfähig gemacht werden). Aber halt, die meisten christlichen Feste sind ja nur geklaut. Und deswegen in RL wie in der Parallelwelt nichts weiter als Kommerz, und an dem ist es notwendig Kritik zu üben ....
am 27. März 2008
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Es ist nicht jeder (in Dland wohl nur eine Minderheit - die wohl zum nicht unwesentlichen Teil islamisch ist) religiös. Viele wissen nichtmal, was Ostern mit Jesus zu tun hat.
Derartiges lernt man heutzutage weder in der Schule (im Reli Unterricht sowieso nicht), noch wird es einem aus dem sozialen Umfeld nahe gebracht.
Und imho ist es nicht unbedingt klever einen Text zu kritisieren, den man nicht gelesen hat. Andererseits kann ich deine Kritik - wenn ich sie denn nur auf die ersten zwei Absätze beziehe - nachvollziehen.
Wiederum ist es durchaus erlaubt, sich über religiöse Sachen lustig zu machen. Eventuell ist es sogar gut, weil man so eher etwas hinterfragt, statt nur blind hinterherzurennen.
Mag dann zwar durchaus mal etwas schieflaufen wie in Dänemark, aber diejenigen die am lautesten schreien sind meist auch nicht ohne.
am 27. März 2008
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Ich weiß nich, was daran lustig sein soll. sich über das christliche Ostern mit Hilfe von WoW lustig zu machen. Ich findem man sollte nich über Dinge schreiben, von denen man keine Ahnung hat. Deswegen finde ich disen Text völlig niveaulos.
Mein Kommentar bezieht sich jedoch nur auf den anfang mit Jesus, weil ich gar nicht erst weiter gelesen habe.
am 25. März 2008
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ZITAT:
"Ein mit Menschenfleischstücken verzierter Kaktus wäre doch zumindest ein Anfang in Richtung glaubwürdiger Zimmerschmuck.
Das bring mal der FSK bei *hust*"


Aber ein aus Fleischfetzen zusammengepuzzletes Wesen mit einem Fleischerhacken in der Hand das jeden Menschen sofort angreift ist ja einfacher an der USK vorbei zu bekommen als ein Katkus mit Fleischstücken, die man nichtmal einem Menschen zuordnen kann, schon klar ^^


Es wäre ein großer Schritt in Richtung eigenes Universum, wenn solche Feste auf der Story und nicht auf dem Hintergrund des User beruhen würden.Aber da Blizzard das eigentlich eh nur eingeführt hatte, damit die Welt nicht ganz so monoton war und es ja mittlerweile auch nutzen um Epix unter die leute zu bringen, kann man wohl nur auf andere Hersteller hoffen...
am 25. März 2008
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Also Ich hab schon immer gedacht das die Festtage bei WoW sind dazu da sind um ordentlich Gold zu scheffeln in dem man alles mögliche was zu dem Event gehört aber nicht gebunden wird an deppen verkauft die da total drauf stehen
am 25. März 2008
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Mir stellt sich die Frage wozu man überhaupt solche Feste braucht. Nette SPielereien dabei,sicher,aber eben doch Spielereien, die man nach einem Tag auch nicht mehr lustig finde. Gerade bei WoW ufern diese Events zu wahren Exzessen aus. Jeder Mist wird gefeiert, sogar kleine Feste die kein Schwein interessieren. Im Endeffekt hilft wohl nur ignorieren.
am 24. März 2008
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Ein mit Menschenfleischstücken verzierter Kaktus wäre doch zumindest ein Anfang in Richtung glaubwürdiger Zimmerschmuck.
Das bring mal der FSK bei *hust*
am 24. März 2008
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wieso heisst es eigentlich «satirische Rollenspiel-Kolumne»

wäre Rollenspiel-Glosse nich einfacher verständlich?^^
am 24. März 2008
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Naja, man feiert ja auch nicht wirklich weihnachten, sondern eben ein RP-server-mäßiges Äquivalent, das Winterhauchfest und das mit dem psychologischen hintergrund is schon richtig, da sich die spieler nun mal viel besser damit identifizeiren können.

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