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  • buffed-Kolumne: Handwerk in WoW - mit Ansage in die Nichtigkeit

    Das Handwerk war in World of Warcraft nie eine Wucht. Doch was die Entwickler mit der aktuellen WoW-Erweiterung Warlords of Draenor ausgetüftelt haben, geht für manche Fans auf keine Kuhhaut. buffed-Redakteurin Susanne Braun ist sich uneins, was sie denn nun vom Crafting in WoW halten soll - eine buffed-Kolumne.

    Meine Begeisterung für das Handwerk in World of Warcraft hält sich seit jeher in Grenzen. Es ist nie sonderlich kreativ sondern schon immer arg repetitiv gewesen. Meistens stand ich in der Spielwelt rum und stellte in Fließbandarbeit Zeug her, das nicht besonders begehrt war und deswegen beim nächstbesten Händler verscherbelt wurde.

    Mit Classic WoW hatten die Entwickler einen partiellen Geistesblitz und erfanden Berufsspezialisierungen. Schmiede durften zwischen Waffen und Rüstungen wählen, Lederverarbeiter spielten unter anderem mit Stammesledern und Drachenschuppen, Ingenieure bekundeten ihre Sympathien zu Gnomen oder Goblins. Da mein Hauptcharakter seit jeher Schneider ist, war ich entzückt, dass es mit Burning Crusade endlich auch eine Stoffspezialisierung gab. Was durfte es denn sein? Mondstöffle, Schattenstöffle oder Zauberstöffle?

    Der spielerische Unterschied bestand zum damaligen Zeitpunkt nicht nur in den Orten, an denen so ein Stoff gewebt werden konnte, sondern auch in den hergestellten Endprodukten. Der Schattenzwirnstoff boostete, wenn er verarbeitet war, Intelligenz und Trefferwertung sowie Frost- und Schattenschaden. Ja, das gab es. Zauberschulen. Als passionierter Schatten-Priester schnibbelte ich ein tolles Set, das auch nur ich tragen konnte. Ich fühlte mich episch und cool, wenn die elendig langen Herstell-Cooldowns wieder abgelaufen waren und ich ins Schattenmondtal düsen konnte, um mein nächstes Stöffchen herzustellen.

    Mit Wrath of the Lich King und dem Schwarztuch wurde das System schon ein wenig verwässert, da die Entwickler der Meinung waren, dass Schneider jetzt auch mal Geld verdienen sollten. Deswegen wurden die hergestellten epischen Items beim Schneidern nicht an den Charakter gebunden. Das Problem bei allen herstellenden Berufen: Wenn ich keine Ware wie Verzauberungen oder Juwelen anbieten kann, dann sind meine hergestellten Sachen furchtbar schnell wertlos. Denn spätestens in Raids droppt einfach der heißere Scheiß. Dann verschwanden mit Cataclysm die Spezialisierungen wieder in der Versenkung. Mit Warlords of Draenor haben auch eigentlich nette Dinge wie Zauberfäden ausgesorgt, mit denen ich wenigstens ein bisschen Gold verdienen konnte.

    Nach dem kurzen, historischen Abriss der Stoffkunde stehe ich nun zu Zeiten von Warlords of Draenor ratlos in meiner Garnison. Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich die Änderungen am Handwerk gut finde – oder bescheuert.

    Die Berufe sind mir zu stark mit der Garnison verknüpft. Klar fördert die Garnison eine Art von Multikulti-Handwerksgesellschaft, denn theoretisch kann jeder Held so gut wie alles machen. Rein theoretisch kann auch jeder Held so gut wie alles ins Auktionshaus stellen. Die Item-Schwemme im virtuellen Handelsmarkt auf meinem Server verhindert, dass ich irgendeinen Reibach machen könnte.

    Ehrlich: Im Entwickler-Team muss jemand ganz begeistert vom Item-System aus Diablo 3 sein. Anders kann ich mir nicht erklären, wie es jemand total superdufte findet, wenn ich bei der Herstellung meiner Handwerkswaren nicht selbst entscheiden kann, welche Werte sie haben. Und noch schlimmer: Das kann ich noch nicht einmal, wenn ich ein Item für das Neuauswürfeln der Sekundärattribute herstelle. Die WoW-Entwickler verbinden diesen Zufallsfaktor vielleicht mit Spielspaß. Ich verbinde ihn mit Frust. Hallo, ich bin ein Schneider und habe eine MAßSCHNEIDEREI. Ich erwarte, dass ich als Schneideroberprofi gefälligst für meinen Charakter entscheiden kann, welche Attribute die Klamotten haben – nach Maß eben. Sollen die anderen halt zufallsbestimmte Klamotten bekommen, wenn sie nur das Gebäude errichten, aber nicht die Muße zum vollwertigen Schneiderdasein haben. Es muss doch irgendeinen Vorteil haben, dass ich Schneider bin. Ach richtig, Instabile große Hexenzwirnessenz . Was genau bringt die mir, wenn ich nicht einmal die Attribute, die ich haben möchte, auf ein Stück Stoff bringen kann? Was ist da noch? Ein Pet, eine Tasche, ein Reitteppich. Letzterer sieht nicht großartiger aus als die drei, die schon im Spiel waren. Wohoooo. Wer im Spiel /golfclap eingibt, weiß wie begeistert ich bin.

    Glitzerkisten. Wer kann daran schon vorbeigehen ohne zu klicken? Glitzerkisten. Wer kann daran schon vorbeigehen ohne zu klicken? Quelle: buffed Davon mal abgesehen: Was soll die Zeitbegrenzung bei der Ressourcenherstellung in den Garnisonsgebäuden? Die Entwickler haben bereits Einfluss auf die Wirtschaft im Spiel genommen. Nämlich als sie zu dem Entschluss kamen, dass jeder Held Zugriff auf jeden Beruf hat. Stellt euch jetzt nur vor, jeder könnte auch am Fließband – so wie vor Draenor – einfach so Epics rauskloppen. Nein, das geht natürlich nicht. Also bauen wir eine künstliche Schranke ein, die langweilig ist und den Spielern das Gefühl gibt, sie müssten ständig ins Spiel einloggen. Der Witz dabei ist doch, dass meine Maßschneiderei-Sklaven mit den 21 Arbeitsaufträgen, die ich ihnen mal gegeben habe, heillos überfordert sind. Die erledigen sie nicht an einem Tag, sondern über die Dauer von drei bis vier. Es gibt also keinen Grund einzuloggen, sobald ich einmal genug Fell in die Hände von Kaylie Macdonald gelegt habe. Aber der Magie der glitzernden Kiste, jedes Mal wenn ich dran vorbeikomme, kann ich mich nicht entziehen. Argh!

    Ein letzter Punkt den ich noch ansprechen will, wenn ich mal großzügig darüber hinwegsehe, dass ich nur drei epische Handwerks-Items zur selben Zeit tragen darf: Jede Garnison eines Helden auf Stufe 100 kommt quasi automatisch mit einer Mine und mit einem Kräutergarten daher. Die Quests für die Freischaltung lassen sich noch nicht einmal als schlechter Witz bezeichnen. Warum also muss ich einen zusätzlichen mittleren Bauplatz hergeben, um einen Stall für die Rohstoffe von Schneider und Lederer zu bekommen? Sämtliche Ressourcen werden mir hinterhergeschmissen, so dass meine Twinks das Erzabbauen und Kräutersammeln eigentlich verlernen können. Für Felle und Leder muss ich aber extra ein eigenes Gebäude errichten, wenn ich es bequem haben will.

    Ich sag euch auch, warum das so ist. Irgendwie müssen die WoW-Spieler schließlich an das Wildblut kommen, das für die Aufwertungsessenzen für hergestellte Rüstungsitems benötigt wird. Ohne Stall ging's wohl nicht. Deswegen geben die WoW-Macher jedem dahergelaufenen Franz Erze und Kräuter bis zum Abwinken. Leder und Felle kann man ja farmen, wenn man keine Scheune bauen will.

    Ich habe gesagt, dass ich mir nicht sicher bin, ob mir die Änderungen am Handwerk gefallen oder nicht. Ich sollte das nach Charakteren trennen. Mein Hauptcharakter, seit jeher immer versucht möglichst alle Rezepte und Schnittmuster zu sammeln und den höchsten Skill zu haben, hasst das neue System. Meine Jägerin, mit der ich aus Versehen die Schmiedekunst und nicht den Bergbau verlernt habe, freut sich drüber, dass sie die Schmiedekunst von 0 auf 700 bringen kann, ohne dass sie einen einzigen Fuß aus ihrer Garnison setzen muss.

    Klar, ich musste mit ihr den Gebäudeplan für die Schmiede erspielen. Seither aber macht meine Jägerin nichts weiter als in ihrer Level-1-Garnsion zu stehen und Schmiedekunst-Aufträge zu verteilen. Einmal am Tag noch Echtstahlbarren über den täglichen Cooldown herstellen, Garnisonsmissionen für ihre Anhänger anschmeißen, ausloggen, fertig. Mein Hauptcharakter schafft genug Erz für die Jägerin und meinen Juwelenschleifer-Twink ran. Alles, was ein Handwerker vor Warlords of Draenor lernen könnte, ist obsolet, wenn man nicht auf den ganzen Gimmick-Spaß steht. Jetzt so richtig. Denn die Draenor-Items kann meine Jägerin auch mit einem Skill von 1 herstellen – das fällt bei meiner persönlichen Bewertung des Handwerks schon recht stark ins Gewicht. Das unbeliebte und nervtötende Sammeln alter Herstellungsmaterialien fällt weg und ich kann die neuen Items auch gleich schon benutzen. Insofern kann ich auch die WoW-Fans verstehen, die die Änderungen am Handwerkssystem lieben.

    Ich bin zwiegespalten. Was meint ihr?

    04:32
    WoW Warlords of Draenor - das Cinematic Intro (dt.)
    Spielecover zu World of Warcraft: Warlords of Draenor
    World of Warcraft: Warlords of Draenor
  • World of Warcraft
    World of Warcraft
    Publisher
    Activision Blizzard
    Developer
    Blizzard
    Release
    11.02.2005

    Aktuelle Online-Spiele Releases

    Cover Packshot von Otherland Release: Otherland gamigo AG (DE) , Drago Entertainment
    Cover Packshot von Overwatch Release: Overwatch Blizzard , Blizzard
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      01.12.2014 18:31 Uhr
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World of Warcraft: Handwerk in WoW - mit Ansage in die Nichtigkeit
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http://www.buffed.de/World-of-Warcraft-Spiel-42971/Specials/Handwerk-in-WoW-mit-Ansage-in-die-Nichtigkeit-1146681/
01.12.2014
http://www.buffed.de/screenshots/medium/2014/12/WoW_Schneiderei-buffed_b2teaser_169.jpg
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