WoW: Tier 10 ist geil
Teil 4: Wächter des Lichts
Das T10-Design von Paladin und Krieger erklärt
Paladin:
Ihr schaut auf den jämmerlichen Wurm herab, der sich vor Euch windet. Ihr fragt Euch, wie ein Mensch nur so tief fallen kann. Bußfertig kriecht das Geschöpf zu Euren Füßen und erwartet mit flehenden Augen Euren Richterspruch. Sollt Ihr gnädig sein? Abweichler haben keine Gnade verdient! Häretiker und Ketzer müssen durch das heilige Feuer des wahren Lichts gereinigt werden, oder ausgelöscht - wenn sie sich unbeugsam zeigen. Törichte Freigeister sprechen davon, es gäbe unzählige Wahrheiten. Doch Ihr wisst, dass dies nur das Gewäsch dummer Bauern ist. Eine Wahrheit, Eure Wahrheit, die Wahrheit des reinen Lichts - das ist alles, was in Eurem Herzen existiert. Keine Gnade, sagt Ihr nochmals in Gedanken zu Euch selbst. Dann beugt Ihr Euch herab und führt die gerechte Strafe an dem Unhold aus.
Was viele Außenstehende nicht begreifen: Das Licht ist Eure Waffe und Euer Instrument, um Recht zu sprechen. Ihr habt Euch das Licht Untertan gemacht. Aber Euer Bestreben ist es, Euer Handeln in seinem besten Interesse zu gestalten. Das Licht ist etwas, dass Ihr fest an Euch bindet. Darum weist Ihr auch den Lakaien, der Eure Rüstung schmiedet, an, dieses Kernelement Eures Glaubens in Euren Prachtgewändern widerzuspiegeln. Mit festen Bändern zu jeder Seite Eurer Schulterstücke soll die Kraft des Lichts fest verschnürt sein. In einem Käfig, aus dem es nicht ausbrechen, nur ausströmen kann. Die Unwissenden halten Euer Gehabe für blanken Fanatismus. Aber Ihr wisst es besser, immerhin schafft allein Ihr es, mit der Hilfe Eures Glaubens zu schützen, zu heilen und zu peinigen.
Als Ihr die Gewänder einige Tage später entgegennehmt, strahlt Euch Euer Diener mit leuchtenden Augen an und blickt immer wieder auf die Verzierungen auf den Schnürbändern. Ihr nickt anerkennend, als Ihr die Runen-Worte lest und dabei Eure eigenen Lehren erkennt: "Ich bin die göttliche Intervention, das Schild und der Rächer. Ich führe das heilige Licht in die finstersten Orte dieser und der nächsten Welt. Wider Schranken meines Geistes, meines Fleisches und meiner Seele schreite ich voran, um die hilfsbedürftigen zu schützen und das Übel auszutreiben". Ihr wart ein guter Lehrer. Eines Tages wird Euer Knappe ein ebenso weiser Ritter werden, wie Ihr es seid. Ihr lasst Euch in die Rüstung helfen, sattelt auf und reitet mit Eurem Schlachtross der nächsten Schlacht entgegen. Der Knappe blickt Euch stolz hinterher. Ihr habt ein weiteres Zünglein auf die Waagschale des Guten gelegt. Zum Wohle aller, für das heilige Licht, Paladin!
Mit diesen Prunk-Panzern ziehen Paladin-Ritter in den endlosen Kampf gegen das Böse in WoW:
Priester:
Ihr kniet auf dem Boden. Die Hände zum Gebet verschlungen. Ihr presst sie so fest aneinander, dass die Knöchel weiß hervortreten. Eure Stirn ruht auf Euren Fingern. Ihr zittert am ganzen Körper. Schweiß rinnt Euch über die Wange. Eure Kutte klebt nass an Eurer Haut. Die Kapuze hängt Euch tief ins Gesicht. Seit einigen Minuten sprecht Ihr ein Gebet nach dem anderen. Die Worte sprudeln gezielt und perfekt artikuliert aus Eurem Mund. Eure Kehle wird bereits trocken und Ihr verspürt Durst. Aber noch habt Ihr keine Zeit zu trinken. Ein falscher Schluck, ein Husten - und Eure Gebete würden verstummen. Aber die Gruppe braucht Euch jetzt mehr denn je. Ihr sprecht schneller und schneller. Ihr habt schon längst die Augen geschlossen, und verlasst Euch ganz auf die Führung Eurer anderen Sinne. Plötzlich verstirbt der Schlachtenlärm um Euch herum, und Stille kehrt ein. Schatten umschlingen Euch, als Ihr erschöpft zusammenbrecht.
Doch Euer Wille ist stärker als Euer Körper. Ihr rafft Euch auf und bejubelt zusammen mit Euren Kameraden den errungenen Sieg. Spät in der Nacht kehrt Ihr ins Kloster zurück. In Eurer Kammer legt Ihr die zerschlissenen Gewänder ab und nehmt Maß. Die Schere blitzt im Schein der Kerzen über die teuren Stoffe. Zwei verschiedene habt Ihr ausgewählt. Blaue Seide, aus der die Kraft des Mondlichts ausströmt. Und roten, vor Magie strotzenden Samt. Das blaue Gewebe bildet die Grundlage Eurer neuen Robe, auf die Ihr mit dem anderen Stoff ein Flammenmuster näht. Ihr spürt die Macht, die in diesem verbundenen Gewebe wohnt. Die tanzenden Flammen symbolisieren das himmlische Feuer, das in Euch wohnt und Euren Verstand schärft. Ihr erinnert Euch daran, dass auch Schatten in Euch wohnen. Gute Schatten, die einem Sehenden das Licht begreiflich machen. Ihr näht den Kragen Eurer Kutte nochmals um, sodass sie aussieht wie die Krägen der Lichs, die unter Arthas über Nordend herrschen. Ein Jeder wird sehen, dass Ihr Gutes tut. Schon bald wird dieses ehemalige Symbol des Bösen nur noch als Zeichen Eurer Milde bekannt sein.
Ihr probiert die neuen Gewänder an und betrachtet Euer mattes Spiegelbild in der Fensterscheibe. Ihr singt einen Segen für die Rüstung, eine kleine Hymne der Hoffnung, als plötzlich die Wolken aufbrechen und der große Mond auf Euch niederscheint. Das heilige Licht legt sich auf Eure Schultern und schließt sogar den Teufelskragen in die Weihe ein. Freiwillig und ohne Zwang begleitet Euch die Kraft der weißen Dame in die Schlacht. Als Ihr zum linken Auge der Erdenmutter empor blickt, glaubt Ihr, ein Zwinkern erspäht zu haben. Zieht hinaus mit neuem Mut, Priester - nehmt der Welt ihre Furcht!
In diesen Roben ziehen Priester seit angedenken in die World of Warcraft:
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