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  • Twitch Special: Murlocs, Zombies und Brettspiele - der Norddeutsche Junge im Interview - Teil 5

    Norddeutscher Junge, ein Gamer, Streamer, Musiker und großer Freund von Zombiefilmen spricht mit uns über Twitch, Hearthstone und Brettspiele. Ja richtig, Brettspiele, das sind diese flachen Dinger mit Spielfiguren, die einige von euch vielleicht sogar noch kennen.

    In einem Interview mit dem Streamer Norddeutscher Junge haben wir uns über Twitch, Hearthstone und Brettspiele unterhalten. Dabei plaudert Basti ebenso wie in seinen Streams gern auch mal aus dem Nähkästchen. Was macht einen guten Stream aus und wie kam er als eingefleischter Gamer eigentlich selbst zu Hearthstone? Das sind nur einige unserer Themen. Was Murlocs, Raketenforscher und Zombies damit zu tun haben, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

    Hearthstone: Jeder fängt einmal klein an. Auch bei Hearthstone. Hearthstone: Jeder fängt einmal klein an. Auch bei Hearthstone. Quelle: buffed Quirin Anetseder: Moin Basti, erzähl uns einmal ein bisschen was über dich. Wer bist du und wie bist du überhaupt zum streamen gekommen?

    Basti: Das ist eine nicht ganz so leicht zu beantwortende Frage. Zunächst zu mir, ich bin der Basti, 34 Jahre alt, und zocke eigentlich schon voll lange. Mit 12, 13 Jahren hat das bei mir angefangen. Und seit ungefähr eineinhalb Jahren streame ich. Dazu gekommen bin ich eigentlich ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde. Ein Kumpel von mir hat selbst gestreamt und mir von Twitch erzählt. Einer Seite, auf der man einfach kostenlos einen Stream online stellen kann. An und für sich wollte ich eigentlich nur mein Gameplay aufzeichnen, um unsere beiden Perspektiven beim Spielen zu sehen. Das war so die ursprüngliche Intention.

    Dass es dann so schnell mehr Leuten gefallen hat, was ich da mache, das hätte ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht. Wie wahrscheinlich alle Twitch-Streamer habe ich mit einem einzigen Viewer angefangen – der war ich selber. Da hab ich dann erstmal meinen Stream eingestellt und versucht die Qualität auf ein einigermaßen überschaubares Level zu bekommen, denn am Anfang war das noch ein richtiger Pixelbrei bei mir. Dabei hat mir dann mein Kumpel geholfen.

    NorddeutscherJunge: Bei Basti (r.) wird viel gelacht, Schabernack getrieben und getrollt. Egal ob in seinem Stream oder zusammen mit seinem Kumpel CoopY (l.) auf der Gamescom. NorddeutscherJunge: Bei Basti (r.) wird viel gelacht, Schabernack getrieben und getrollt. Egal ob in seinem Stream oder zusammen mit seinem Kumpel CoopY (l.) auf der Gamescom. Quelle: NorddeutscherJunge Quirin Anetseder: Wenn wir jetzt auf deinen Stream gehen, was erwartet uns da eigentlich?

    Basti: Ich hoffe eine Menge Spaß (lacht). Es ist unterschiedlich und bei mir immer ein bisschen Tagesform- und spielabhängig. Im Moment spiele ich ja viel Hearthstone. Da versuch ich schon eine gesunde Mischung aus Interaktion und Konzentration aufs Spiel hinzubekommen und versuche meine Spielzüge zu erklären. Damit neue Leute, die Hearthstone noch nicht so gut kennen und zufällig in meinen Stream reinschauen, halt gemeinsam mit mir mitlernen können.

    Ich bin ja noch nicht solange bei Hearthstone dabei, lerne täglich auch noch neue Sachen dazu und lass mir viel von den Zuschauern im Chat erklären. Ich bin eben auch nur ein ganz normaler Typ und ganz normaler Zocker. Unter den Zuschauern sind viele Leute, die das Spiel oft ganz gut beherrschen und die mir dann gerne Tipps geben. Das versuche dann natürlich auch an andere Leute weiterzugeben. Es immer ein bisschen vom Spiel abhängig. Es gibt ein paar Spiele, in denen ich mich schon gut auskenne. Umso mehr kann man dann auch zurückgeben, sag ich mal.

    Und ansonsten wird im Stream viel gequatscht über Gott und die Welt, über das, was mich gerade bewegt, was den Chat gerade bewegt, viele Fragen beantwortet, viel gelacht, viel Schabernack getrieben und auch oft getrollt (grinst).

    "Ich bin einfach ein ganz normaler Typ und Zocker"

    Quirin Anetseder: Im Moment streamst du ja ziemlich viel Hearthstone. Nach was wählst du generell die Spiele aus oder fragst du da die Zuschauer, was sie sehen wollen?

    Basti: Das Hauptkriterium ist, dass mir das Spiel Spaß macht. Ich glaube, ansonsten könnte ich keinen vernünftigen Stream machen und den Spaß auch nicht so übertragen. Auf Dauer könnte ich kein Spiel spielen, das mir selber keinen Bock bringt. Ich achte natürlich auch darauf, dass es streambar ist - ein Spiel, auf das ich mich sehr stark konzentrieren muss, wie etwa League of Legends in meinem Fall, wäre für den Zuschauer nicht wirklich unterhaltsam. Denn da muss ich tatsächlich total auf das Gameplay achten und auf jeden einzelnen Klick. Das läuft bei mir nicht so automatisch nebenbei mit. Das ist schon ein wichtiges Kriterium. Aber grundsätzlich wird eigentlich alles durch die Bank gespielt, worauf ich Lust hab. Auch gerne mal was neues. Da bin ich durch und durch Zocker.

    Quirin Anetseder: Was hast du denn bisher so gestreamt neben Hearthstone? Was für Genres spielst du denn gerne?

    Basti: Also angefangen zu streamen hab ich mit Infestation: Survivor Stories, also das alte War Z, einem Zombie-Survival-Game. Das war so mein erstes Spiel, in dem ich über ein Jahr mit verbracht habe. Zunächst war ich dann primär im Survival-Genre zuhause und hab mich da erst einmal bewegt. Arma III Altis Life hat mir auch großen Spaß gemacht, das hab ich auch mehrere Monate gespielt. Ich schaue gern auch mal hin und wieder in irgendwelchen Alphas und Betas wie The Forest rein, um zu sehen wie sich das so entwickelt. Alles was mir so als Spieler gefallen hat, habe ich auch gestreamt, von Nether, einem apokalyptisches Survivor-Game. über The Elder Scrolls Online und Watch Dogs hin zu GTA V. Dark Souls ist immer noch so mein Endgegner, an dem ich mich ab und zu mal versuche.

    Community-Spiele, die man online mit mehreren Leuten zusammen spielen kann, machen mir auch großen Spaß, aber ich spiele gerne auch mal einen ganz simplen Plattformer oder ein Jump 'n Run Spiel. Mich törnen auch ganz viele Nischenspiele an, die eher weniger bekannt sind. Eigentlich spiele ich alles, was mir Spaß macht. Im Moment hab ich schon länger wieder Bock auf so ein richtiges Ballerspiel. Einfach mal wieder so richtig schön Zombies schnetzeln (lacht).

    Dead Rising 3: 'Was brauchen Männer in Videospielen?
Richtig, Bierhelme' - Der Norddeutsche Junge beim Zombieschnetzeln. Dead Rising 3: "Was brauchen Männer in Videospielen? Richtig, Bierhelme" - Der Norddeutsche Junge beim Zombieschnetzeln. Quelle: NorddeutscherJunge

    "Ich hätte nie im Leben gedacht, dass Hearthstone soviel Fun bringt - dieses doofe Kartenspiel"

    Quirin Anetseder: Wie bist du dann auf Hearthstone gekommen?

    Basti: Das war ungefähr Ende Juli, als ich damit angefangen habe. Und zwar hab ich Abends im Teamspeak mit dem befreundeten Streamer Coopy von unserem Stream-Dream-Team gesessen, wir haben dann irgendwann über Hearthstone gesprochen und Coopy meinte: 'Wär das nicht was für dich, du bist doch eigentlich auch schon so ein Stratege, das würd dir doch bestimmt Spaß machen.' Ehrlich gesagt war ich am Anfang voll abgeneigt: 'Hearthstone und Kartenspiel, neee nicht wirklich, ich bitte dich. Da muss schon irgendwo mal ein Kopf rollen.'

    Allerdings fand ich diese Skepsis dann selber relativ doof. Schließlich hab ich auch immer gesagt, ich werde nie in meinem Leben League of Legends spielen. Und das hat mir dann doch auch für ein, zwei Wochen tierischen Spaß gemacht. Also bin ich einfach mal über meinen Schatten gesprungen und habs ausprobiert. Der Zugang war für ein Free2Play-Spiel typisch auch wahnsinnig einfach. Einfach einloggen, Account erstellen, Losspielen. In derselben Nacht hab ich dann noch die ganzen Wirtshaus-Games freigeschaltet, bis 4 Uhr morgens gespielt und es hat mir total Spaß gemacht. Das hätt ich im Leben nie gedacht, dass das soviel Fun bringt - dieses doofe Kartenspiel (grinst).

    Die nächsten Tag hab ich dann Hearthstone gestreamt und am Anfang erst einmal die ganzen doofen Anfängerfehler gemacht, die jeder andere auch macht. Und das hat den Chat sehr belustigt (lacht). Meine ganzen Fails und meine Probier-Aktionen und sowas. Allerdings hab ich aber auch total viel Tipps von den Zuschauern bekommen. Wie man schnell levelt und was man am Anfang für Quests machen muss, um schnell ranzukommen. Das hat mir echt gut gefallen. Zwei, drei Leute haben mich etwas an die Hand genommen und so richtig gecoached, damit ich halt schnell lerne. Und so bin ich dabeigeblieben. Es macht halt Spaß, jeden Tag etwas neues auszuprobieren, an den Decks zu feilen und zu merken wie man selber immer besser wird im Spiel. Wie man mehr und mehr Überlegungen anstellt. Das ist schon was, was mir sehr gut gefallen hat.

    "Probiert mit ein paar Freunden eigene Decks aus und habt Spaß dabei."

    Quirin Anetseder: Hast du Tipps für Hearthstone-Spieler, die grad neu anfangen? Auf was sollte man achten?

    Basti: Also ich glaube grundsätzlich ist es wichtig, das ganze nicht so verbissen zu sehen. Viele Leute, die bei Streamern zuschauen, lassen sich oft ein wenig anstecken. Von wegen, die haben ja viele Karten und viele goldene Karten und wollen das dann auch ganz schnell. Bei mir im Chat ist etwa oft der Name Trump und Amaz gefallen. Aber mir war es wichtiger Spaß an dem Spiel zu haben. Und das kann ich jeden Neuling in Hearthstone einfach nur weitergeben: sich selber auszuprobieren und gar nicht so zu schielen, was machen die anderen, sondern erst mal ganz normal offline in den Wirtshausspielen gegen den Gastwirt spielen. Etwas zu üben und ein bisschen an die Karten ranzukommen, verschiedene Decks ausprobieren und gar nicht so sehr darauf zu achten, welches Deck ist jetzt mega erfolgreich.

    Ich hab am Anfang zum Beispiel nur Priesterdecks gespielt, weil mir der Priester am meisten Spaß gemacht hat von allen Klassen, die ich ausprobiert hatte. Eigene Einheiten auf dem Brett zu lassen und sie zu stärken und sie dicker zu machen. Die Spielweise hat mir sehr zugesagt, ich hab Spaß dran gefunden und nicht versucht die klassischen Decks zu kopieren. Das kann ich nur jedem empfehlen. Nicht nur versuchen möglichst schnell zu leveln und Legendary zu werden, sondern einfach auch mit Freunden zu spielen, sie herauszufordern und gegen sie eine lustige Partie zu spielen.

    Hearthstone: 'Mrglrgl-Mrgl-Mrrrlggg' - Nicht nur die Elite Tauren Chieftains sind große Murloc-Fans. Habt ihr schon mal ein Murloc-Deck ausprobiert? Hearthstone: "Mrglrgl-Mrgl-Mrrrlggg" - Nicht nur die Elite Tauren Chieftains sind große Murloc-Fans. Habt ihr schon mal ein Murloc-Deck ausprobiert? Quelle: NorddeutscherJunge

    Ich hab zum Beispiel mit einer Freundin von mir – sie ist ein riesiger Murloc-Fan – ein ganz normales Murloc-Deck gebaut, das überhaupt nicht funktioniert hat, mit den wenigen Karten, die wir damals hatten. Wir haben einfach immer die ganzen Murlocs in die Schlacht geschickt und hatten einen heiden Spaß dabei. Wir haben uns kaputtgelacht darüber, wenn die Murlocs einfach nur aufs Spielbrett kamen und den Murloc-Sound von sich gegeben haben. Es ist halt ein Spiel und man sollte das gar nicht so sehr unter dem Aspekt eSports sehen und einfach Freude dabei haben.

    "Hearthstone ist ein sehr kommunikatives Spiel - wenn man ein Händchen dafür hat"

    Quirin Anetseder: Was ist für dich der Unterschied beim Streamen von Hearthstone im Vergleich zu anderen Spielen wie Shootern oder Strategie-Titeln?

    Basti: Als Streamer selber finde ich, ist Hearthstone ein sehr streamer-freundliches Spiel, weil es nicht ganz so schnell ist. Es hat zwar schon eine gewisse Dynamik, da der eigene Zug auch abläuft, aber man hat immer etwas Zeit zum überlegen. Man hat Zeit sich mit dem Chat kurzzuschließen, 'was würdet ihr machen', 'könnt ihr mir nen Tipp geben', 'was mach ich aus meinen Karten'. Wenn man da ein gewisses Händchen für hat, ist es ein sehr kommunikatives Spiel.

    Bei Hearthstone spielt immer eins gegen eins. Obwohl man auch mit der Community in Viewer-Games gegeneinander spielen kann, zockt man im Vergleich zu anderen Spielen wie Arma III Altis Life oder Battlefield nicht in einer größeren Gruppe und ist eher auf sich alleingestellt. Hearthstone gibt dir als Streamer natürlich die Möglichkeit, viel zu reden und viel Quatsch zu machen und man ist dabei nicht so abgelenkt. Hearthstone hat Vor- und Nachteile beim Streamen. Da muss man auch schauen was man für ein Streamer-Typ ist, ob man eh viel redet oder sich auf gutes Gameplay konzentriert.

    Quirin Anetseder: Hast du in Hearthstone irgendwas besonders lustiges erlebt, was du uns erzählen willst?

    Basti: Ich glaube für die Zuschauer ist es immer am lustigsten, wenn ich das nicht so gut hinbekomme. Die großen Fails sind dann schon immer sehr erheiternd für die Leute die zuschauen. Für mich nicht (lacht). Ich ärgere mich zwar schon ein bisschen darüber, aber man muss auch mal über sich selber lachen können.

    "Niemals aufgeben lautet die Devise"

    Quirin Anetseder: Da du es gerade angesprochen hast, was sind denn deine Schwächen in Hearthstone?

    Hearthstone: 'Ist der Fall auch schwer,
Der Weg auch weit, sie sind stehts für dich bereit...' Hearthstone: "Ist der Fall auch schwer, Der Weg auch weit, sie sind stehts für dich bereit..." Quelle: Twitch Basti: Ganz klar im Priesterdeck – Die Auchenai-Priesterin, die die Heilfähigkeit des Priesters in Schaden umkehrt. Als ich sie das erste mal im Deck ausprobiert habe, ist passiere es mir den ganzen Tag über, dass ich Heilige Nova ausgespielt hatte, um meine eigenen Einheiten zu heilen und sie stattdessen einfach getötet hab. Ich hab immer zu spät bemerkt 'ach, da ist ja noch die Priesterin, verdammt' und hab die eigenen Einheiten deshalb selbst getötet. Oder ich hab mir selber Schaden zugefügt, weil ich mich heilen wollte.

    Bis ich mal dran gewöhnt hab, hat das schon etwas gedauert. Das war schon ganz lustig. Eine weitere Schwäche ist, dass ich unter Zeit Druck komme, sobald die Lunte brennt. Da wird bei mir der Panik-Modus angeschaltet und schnell nochmal irgendwas ausgespielt. Da kann es schon passieren, dass ich oft die falschen Sachen ausspiele. In diesem Moment ist das zwar ärgerlich, aber hinterher lacht man dann mit den Leuten umso mehr darüber.

    Hearthstone: '... Chip Chip Chip und Chap ...' äh halt nein, die Priesterfähigkeit ist gemeint. Sie rettet euch in so manch auswegloser Situationen. Hearthstone: "... Chip Chip Chip und Chap ..." äh halt nein, die Priesterfähigkeit ist gemeint. Sie rettet euch in so manch auswegloser Situationen. Quelle: Twitch Es gab aber auch total geile Momente: In einem meiner wirklichen Lieblings-Highlights hab ich ein Priest vs. Priest Spiel gehabt und es stand 29 zu 1 gegen mich. Keiner, wirklich keiner, nicht einmal ich selbst hatte noch an mich geglaubt, dass ich das Spiel noch drehen könnte. Aber getreu dem Motto 'never surrender" [niemals aufgeben], dachte ich mir 'versuch es einfach mal, du hast ja noch eine minimale kleine Chance also nutze sie'. Und am Ende habe ich das Spiel tatsächlich noch gedreht. Das war unglaublich. Daher kann ich euch nur den Rat geben, niemals aufgeben, immer bis zum Ende spielen, manchmal klappt's.

    • Quirin Anetseder
      02.11.2014 13:07 Uhr
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Norddeutscher Junge, ein Gamer, Streamer, Musiker und großer Freund von Zombiefilmen spricht mit uns über Twitch, Hearthstone und Brettspiele. Ja richtig, Brettspiele, das sind diese flachen Dinger mit Spielfiguren, die einige von euch vielleicht sogar noch kennen.
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02.11.2014
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