• buffed.de
  • WoW-Datenbank
  • Hearthstone-DB
Games World
Login Registrieren
    Login Registrieren
    • buffed.de
    • WoW-Datenbank
    • Hearthstone-DB
    Login Registrieren
    • buffed.de
    • WoW-Datenbank
    • Hearthstone-DB
  • Bloodborne: Yharnam sehen und sterben - unterwegs als Yharnoob

    Eklig: Decken in Chalice-Dungeons Quelle: buffed

    Wie geht man an so ein Spiel von From Software heran, wenn noch nie was damit zu tun hatte? Wenn der Tenor der Spielepresse regelmäßig wie folgt klingt: "Das sind die schwersten Rollenspiele aller Zeiten"? buffed-Redakteurin Susanne macht den Bloodborne-Selbstversuch.

    Jedes Mal, wenn ich in der Spielepresse etwas über ein Spiel vom Entwicklerteam von From Software lese, klingt die Meinung dazu erstaunlich gleich. Spiele von From Software sollen sackschwer sein und galten einige Zeit als die härtesten Rollenspiele ever. Ich bin nicht sicher, ob die Autoren solcher Phrasen abschrecken oder Lust machen wollen. Mein Interesse an Demon Souls und Dark Souls hielt sich zumindest in Grenzen. Das hat nicht nur mit den Kommentaren von Spieletestern zu tun sondern auch mit den vielen Stunden, die ich über die Schulter meines Freundes geschaut habe, während er Dark Souls gespielt hat.

    Das Spielkonzept hat sich mir freilich schnell erschlossen. Wer unvorsichtig oder übermütig auf den Gegner losgeht, stirbt einen schnellen und schmerzhaften Tod. Schmerzhaft nicht nur, weil beim Respawn alle Feinde, die eben noch tot am Boden lagen, wieder auf den Beinen stehen. Sondern weil auch die Seelen, die der Held beim Erledigen der Kontrahenten sammelt und die zum Leveln des Charakters wichtig sind, verloren gehen. Nein, nicht ganz. Irgendwo dort, wo der eigene Recke abgekratzt ist, liegt eine Blutlache am Boden, die alle Seelen enthält, die verloren geglaubt sind. Sie müssen nur eingesammelt werden. Das klingt einfacher als es ist.

    Dark Souls hat überhaupt keinen Reiz auf mich ausgewirkt. Mir liegt die reichlich verbreitete weil reichlich defensive Spielweise nicht, in der sich der Held hinter einem Schild versteckt und nur angreift, wenn er sich sicher ist, dass er einen Treffer landen kann. Deswegen zögerte ich auch als mein Freund mir den Controller in die Hand drückte und sagte "Hier, probier mal Bloodborne".

    Könnt mal ein Bad gebrauchen: Isla Van Tjost Könnt mal ein Bad gebrauchen: Isla Van Tjost Quelle: buffed Nach 15 Minuten mit dem meiner Meinung nach erheblich aktiveren Kampfsystem von Bloodborne war ich "sold". Ich habe das Spiel sofort gekauft und sehnlichst den Download aus dem Playstation Network abgewartet. Der dauerte ein bisschen. Aber dann konnte ich endlich loslegen und das gotische Städtchen Yharnam unter dem Deckmantel der Nacht der Jagd von merkwürdigen Monstern befreien.

    Nach einem holprigen Start, der durchaus gewollt ist, steht meine Jägerin Isla Van Tjost also in Yharnams Gassen. Ein echter Yharnoob. In der rechten Hand einen Spazierstock, der sich in eine Peitsche transformieren lässt (!), in der Linken eine Pistole. Vor mir eine Gruppe an leicht werwölfisch aussehenden Stadtbewohnern, bewaffnet mit Fackeln, Äxten, Sensen. "Bei meinem Freund hat das gut geklappt, also mal rein da", sag ich mir, springe vorwärts und schlage drauf los – ohne dran zu denken, dass der Charakter meines Freundes ein paar Stufen höher war. Ein beherzter Sprung nach rechts rettet mir beim ersten Kampf grade noch so den Kopf. Beim nächsten Scharmützel geht's nicht so glücklich aus. Aus der Flanke feuert ein Typ seine Flinte, den ich nicht gesehen hatte. Ein Schlag von einem anderen Gegner, dem ich volle Kanne in den Weg gerollt bin und – bumms – Isla ist tot.

    Beschwingt durch Yharnam, mit ein paar spaßigen Waffen. Beschwingt durch Yharnam, mit ein paar spaßigen Waffen. Quelle: buffed Bummzack
    Und lasst mich euch sagen: Das war nur der dritte oder vierte von bislang gefühlt 150 Toden, die ich seither angesammelt habe. Die Zahl vermittelt euch aber deutlich, dass ich nicht aufgegeben habe. Ich finde Bloodborne nicht "schwer" oder "frustrierend". Frustrierend wären solche Spiele für mich, wenn ich nicht auf meinem eigenen Bildschirm sehen würde, warum mein Charakter grade abgenippelt ist. Aber Bloodborne lässt mich darüber so gut wie nie im Unklaren.

    Die rote Pfütze unter meinen Füßen? Das ist eine Giftlache. Die Patrouille, die mir in den Rücken gefallen ist? Hab ich schlichtweg übersehen. Und natürlich falle ich in den Abgrund, wenn ich hektisch im Kreis rolle um Feuerbomben auszuweichen, ohne dabei auf die Umgebung zu achten. Frustration kommt eher auf, wenn ich es zum dreißigsten Mal vergeige, auf den Gegner zu schießen, kurz bevor er mich trifft. Denn dann ist er für einen kurzen Moment betäubt und ich kann ihm in den meisten Fällen mit einem Finisher das Lebenslicht auspusten – oder ihm eine signifikante Menge seiner Lebenspunkte abnehmen.

    Zu zweit lässt es sich in Bloodborne einfacher Bosse umhauen. Zu zweit lässt es sich in Bloodborne einfacher Bosse umhauen. Quelle: buffed Krachbummpeng
    Ich kriege das nicht hin. Vor zwei Tagen erst war ich mit meinem Freund in einem Koop-Dungeon unterwegs. Chalice-Dungeons können erst geöffnet werden, wenn wir bestimmte Materialien eingesammelt haben. Wenn mein Freund und ich beide dann einen Dungeon öffnen, müssen wir nur noch Glöckchen läuten und ein bisschen warten, damit wir in derselben Instanz des Dungeons landen und zusammen spielen dürfen. Diesmal waren wir aber allein unterwegs. Ich war schon ein wenig genervt davon, dass die Instanz so lang war. Mein Freund sagte: "Dauert nur noch zehn Minuten, mit dem Boss."

    Der Boss ist ein vierbeiniges Etwas, dem komische Hautlappen im Gesicht herumhängen, und das ständig Gift versprüht. Bloodborne-Veteranen kennen das Biest unter anderem unter dem Namen Blood-Starved Beast, das ist ein optionaler Boss aus der Bloodborne-Kampagne. Alle Bosse aus der Kampagne können auch in den prozedural generierten Chalice-Dungeons auftauchen. Im Endeffekt habe ich rund 45 Minuten für das Monster gebraucht, inklusive einer kleinen Farmrunde für Blutfläschchen für Heilung. Ich habe es einfach nicht geschafft, diesen blöden Boss zu betäuben und so mit den versprochenen drei Schlägen umzuhauen.

    Eklig: Decken in Chalice-Dungeons Eklig: Decken in Chalice-Dungeons Quelle: buffed Narf!
    Das nervt, das gebe ich zu. Aber das ist auch eines der wenigen Dinge, die mich an Bloodborne nerven. Am schlimmsten sind immer noch die Performance-Einbrüche im Koop-Spiel, die für extreme Ruckler und zum Teil für unsichtbare Feinde sorgen. Der Grind für Heilinfusionen, für Gegengifte oder einfach nur für die Blutseelen, mit denen mein Charakter levelt, alles das stört mich nicht.

    Wenn mich etwas stört, dann ist es meine eigene Ungeduld. Bloodborne ist nicht schwierig, wenn man geduldig und aufmerksam die Spielumgebung liest. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass der Kampf in Bloodborne extrem belohnt, wenn man ein fieses Megamonster von den Füßen (oder Tentakeln oder was auch immer) holt. Auch ein tolles Gefühl: Wenn ich wieder in einer der "alten" Gebiete zurückkomme und Gegner umhuste, die mir vor 20 oder 30 Levels noch den Allerwertesten aufgerissen haben.

    Kommt oft vor: Ich stehe in einem dunklen Gang und hab keinen Schimmer, was dahinter ist. Kommt oft vor: Ich stehe in einem dunklen Gang und hab keinen Schimmer, was dahinter ist. Quelle: buffed Plönk!
    Für wen lohnt sich Bloodborne generell? Für geduldige Spieler mit Spaß am Erkunden. Denn alle Teile Yharnams, Byrgenwerths, Yahar'guls und der Verbotenen Wälder hängen zusammen; ständig lässt sich in einer kleinen, unscheinbaren und eigentlich völlig uninteressanten Ecke eine Leiter, ein Aufzug oder ein Tor finden. Das sind dann meist Abkürzungen zu einem anderen, bereits erkundeten Teil. Ich liebe das. Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich verstanden habe, dass alles eine zusammenhängende Welt ist. Erst als ich nach dem Kampf über ein Blitzdingsvieh in Yahar'gul ein riesiges Tor nach Alt-Yharnam aufstieß dämmerte mir, wo ich gelandet bin. Fantastisch! Es gibt derzeit im Rahmen meiner Spielerlebnisse nichts Schöneres als Backtracking in Bloodborne.

    Als ich hörte, dass ich eine signifikant interessante Leiter übersehen habe, über die ich an ein Item komme, das mit wiederum ein komplettes Nebengebiet eröffnet, an das ich sonst nicht herankäme, war ich sofort Feuer und Flamme und konnte es nicht erwarten, endlich nach Hause zu kommen und meine Konsole anzuschmeißen.

    Das Idyll täuscht. Das Idyll täuscht. Quelle: buffed Hnngjaaaah
    Auch das gefällt mir an Bloodborne. Die Geschichte meines Helden und der ganzen Welt wird mir nicht auf einem Präsentierteller serviert. Vielmehr muss ich mir in der Spielwelt Hinweise auf das, was vor sich geht, suchen und mir meinen Reim drauf machen. Das ist gar nicht so einfach angesichts der Tatsache, dass 80 Prozent der Hinweise extrem kryptisch sind. Bloodborne ist ein riesiges Geheimnis, das nur darauf wartet, von mir entschlüsselt zu werden. Da kann ich drüber hinwegsehen, dass ich grade gestern erst wieder 30.000 Blutechos verloren habe, weil ich auf dem Weg zur Blutlache zu hektisch wurde und durch einen dummen Fehler noch einmal gestorben bin, ohne vorher die Seelen eingesammelt zu haben. Angesichts der Tatsache, dass ich derzeit etwa 37.000 Echos für ein Level-up eines meiner Attribute brauche – pro Level kann nur ein Attribut gesteigert werden, und der Preis für ein Level-up steigt mit jeder neuen Stufe an - ist das kein Pappenstiel. Aber irgendwie ist mir das total egal. Scheiß auf die Echos, Hauptsache Monster jagen und Geheimnisse ergründen!

    Mein Fazit? Bloodborne macht mich zu einem besseren, geduldigeren Spieler. Und es zeigt mir, dass mich Spiele von From Software begeistern können. Ich bin darüber selbst überrascht, schließlich dachte ich immer, die Spiele wären zu schwer für mich. Freilich ist es ganz angenehm ein Spiel - egal ob Bloodborne oder Mario Kart - vor dem Kauf ausprobieren zu können. Schade ist in der Hinsicht, dass Demos inzwischen so sehr aus der Mode gekommen sind und sich vor allem auf den Konsolen nie so richtig für Hersteller und Vertreiber gelohnt haben. Deswegen ist es heutzutage fast schon selten, dass wir ein Spiel ausprobieren können bevor wir es überhaupt kaufen.

    Interesse an Bloodborne geweckt? Schaut in unsere Let's-Play-Reihe rein!

    29:05
    Let's Play Bloodborne #7: Die mit dem Schwein
    Spielecover zu Bloodborne
    Bloodborne
  • Bloodborne
    Bloodborne
    Publisher
    Sony
    Developer
    From Software
    Release
    25.03.2015
    Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
    Von Launethil
    Den übertriebenen Schwierigkeitsgrad halte ich nach wie vor für einen Mythos. Die "Souls-Spiele" sind nicht sonderlich…
    Von Egooz
    Das trifft auf die Souls-Reihe und Lords of the Fallen ja auch zu. Diese Spiele sind quasi ein eigenes Untergenre der…
    Von Geige
    Eines verstehe ich einfach nicht. Übertriebener Schwierigkeitsgrad, spärlich gesetzte Wiedereinstiegspunkte,…

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Darksiders: Warmastered Edition Release: Darksiders: Warmastered Edition Nordic Games , Kaiko
    • Elenenedh Google+
      23.04.2015 15:31 Uhr
      buffed-TEAM
      Jetzt ist Deine Meinung gefragt: Hier kannst Du Deinen Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
      Dein Kommentar
      Bitte logge Dich ein, um einen Kommentar zu verfassen.

      Netiquette | Kommentar-Ticker (Live)
      Geige
      am 25. April 2015
      Kommentar wurde nicht gebufft
      Melden
      Eines verstehe ich einfach nicht.
      Übertriebener Schwierigkeitsgrad, spärlich gesetzte Wiedereinstiegspunkte, schmerzhafte Tode und ein praktiscg nicht existentes Storytelling führen eigentlich immer dazu, dass Spiele von der Fachpresse zerrissen werden.

      Warum werden bei Bloodborne genau diese "Mängel" jetzt so glorifiziert!?
      Launethil
      am 27. April 2015
      Autor
      Kommentar wurde nicht gebufft
      Den übertriebenen Schwierigkeitsgrad halte ich nach wie vor für einen Mythos. Die "Souls-Spiele" sind nicht sonderlich schwierig, sondern eher sperrig. Wenn man das Kampfsystem und einige Kniffe einmal erlernt hat und nicht übermütig wird, stirbt der Charakter kaum öfter als bei anderen Spielen.

      Ich denke aber auch nicht, dass Bloodborne da eine Sonderstellung hat. Dark Souls 1 & 2 kamen ja auch extrem gut weg; eben wegen der Eigenheiten. Ob die Machart den persönlichen Geschmack trifft, muss freilich jeder selbst wissen. Ich kann absolut verstehen, wenn man damit nix anfangen kann.

      Mich für meinen Teil begeistern wenige Spiele so sehr vor allem in Sachen Erkundung. Man erarbeitet sich jeden Winkel der Spielwelt und der Geschichte. Die Handlung wird zwar nicht ausschweifend in Zwischensequenzen erzählt -- wenn man danach sucht, hat aber gerade Bloodborne sehr viel zu erzählen.
      Egooz
      am 27. April 2015
      Kommentar wurde nicht gebufft
      Melden
      ZITAT:
      "Warum werden bei Bloodborne genau diese "Mängel" jetzt so glorifiziert!? "

      Das trifft auf die Souls-Reihe und Lords of the Fallen ja auch zu. Diese Spiele sind quasi ein eigenes Untergenre der Action-RPGs. Das ist nun mal das Konzept und wenn das gut durchgezogen wird, ohne rein den Frust des Spielers zu Triggern, ist es gut.

      Da heute -im Vergleich zu früher- alles irgendwie innerhalb von 2 Minuten verstanden sein muss und dann eher auf Inszenierung, anstatt auf Gameplay gesetzt wird, sind diese Spiele eine schöne Abwechslung. Story? Im Bestfall nachvollziehbar. Gameplay muss stimmen und das nachvollziehbar und mit Lernkurve.
      Zino
      am 25. April 2015
      Kommentar wurde nicht gebufft
      Melden
      Corbisum
      am 23. April 2015
      Kommentar wurde nicht gebufft
      Melden
      Sehr schön und intensiv geschrieben, so dass ich es gut nach empfinden konnte ^^.

      Auf meiner Liste stehen solche Spiele zwar nicht aber ich lese sehr gerne darüber und schaue zu gern die Let's Plays . Von daher bitte mehr davon, so fern nichts dagegen spricht. Folge nummer sieben, war für mich die beste und schockierenste zugleich. Trotz der Warnung von David konnte ich nicht ahnen, dass er diesem armen Schwein so intensiv in der Kimme rum fummelt und das Tier dann auch noch umbringt! Wenn das die Tierschützer sehen, gibt es bestimmt wieder Ärger!?

      In diesem Sinne, viel Spaß und bitte mehr davon ^^.
      Elenenedh
      am 23. April 2015
      buffed-TEAM
      Kommentar wurde nicht gebufft
      ZITAT:
      "Trotz der Warnung von David konnte ich nicht ahnen, dass er diesem armen Schwein so intensiv in der Kimme rum fummelt und das Tier dann auch noch umbringt!"


      Hehehehehehehehehehehe!
  • Print / Abo
    Apps
    buffed 12/2016 PC Games MMore 01/2016 PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 XBG Games 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1157079
Bloodborne
Bloodborne: Yharnam sehen und sterben - unterwegs als Yharnoob
Wie geht man an so ein Spiel von From Software heran, wenn noch nie was damit zu tun hatte? Wenn der Tenor der Spielepresse regelmäßig wie folgt klingt: "Das sind die schwersten Rollenspiele aller Zeiten"? buffed-Redakteurin Susanne macht den Bloodborne-Selbstversuch.
http://www.buffed.de/Bloodborne-Spiel-54461/Specials/Yharnam-sehen-und-sterben-unterwegs-als-Yharnoob-1157079/
23.04.2015
http://www.buffed.de/screenshots/medium/2015/04/Bloodborne_06-buffed_b2teaser_169.jpg
bloodborne,from software
specials